FC Marl ohne Nerven - Ü40 ist wieder Stadtmeister

TSV Marl-Hüls scheitert vom Punkt

Einsatz: FC Marls Patrick Weber (l.) und TSV-Kapitän Maik Rejek rangeln um den Ball.© Ralf Deinl

Vor dem finalen Neunmeterschießen greift der TSV Marl-Hüls tief in die Trickkiste und tauscht den Torwart. Titelverteidiger FC Marl hält das aber nicht auf.

Unglücklicher hätte das Endspiel der Ü40-Stadtmeisterschaft in der Loekamphalle für den Titelverteidiger kaum beginnen können. 40 Sekunden sind herum, als Patrick „Fliese“ Simon, eine der Stützen des FC Marl, einen Querpass vor dem eigenen Strafraum spielt. Dummerweise genau in den Lauf des Hülsers David Schröder. Der nimmt die Kugel gar nicht erst an, knallt sie direkt ins Eck – 1:0 für den TSV Marl-Hüls (1.). Allerdings: Viel machen die „Old Boys“ im Anschluss nicht aus der Führung. Der FC Marl schüttelt sich kurz und arbeitet sich dann in die Partie. 8. Minute: Philipp Debo behauptet den Ball energisch im Mittelfeld, spielt einen punktgenauen Pass auf Patrick Weber – und der vollendet zum 1:1. Ansonsten? Hoher Einsatz, viele Zweikämpfe, aber nur wenige bemerkenswerte Szenen. So bleibt es nach 15 Minuten beim Remis. Leistungsgerecht. Kurz vor Mitternacht muss ein Neunmeterschießen her, um die Hallenstadtmeisterschaft zu entscheiden. Der TSV nimmt davor noch eine Rochade im Tor vor: Maik Rejek, zuvor im Feld im Einsatz, streift sich die Handschuhe über und rückt für Thorsten Jürgensmeier in den Kasten. Draußen wird gefachsimpelt, wie viele Schüsse sich „Magic Maik“ wohl greift. Die Antwort: keinen. Denn dem Hülser Kapitän fliegen die Bälle nur so um die Ohren. Patrick Weber, Patrick Simon, Benny Spitzer und Daniel Kaiser treffen für den FC Marl. „Keine Chance, alle super geschossen“, räumt Rejek hinterher ein. Für den TSV versenken David Schröder und Rene Drescher den Ball. Robert Heinen schießt vorbei, Marco Kluge jagt das Leder ans Lattenkreuz. Macht summa summarum ein 5:3 für den FC Marl. Über die Titelverteidigung ist keiner glücklicher als Teamchef Benjamin Damberg: „Normalerweise sind wir bekannt dafür, es im Elfmeterschießen zu vergeigen. Aber heute haben die Jungs sensationell getroffen.“

Der Pokal kehrt in Dambergs Regal zurück

Der Siegerpokal hat übrigens zuletzt bei Dambergs daheim in einem Regal gestanden, wo er sich ausgesprochen gut macht, wie der Coach erzählt. Vor dem Anpfiff hat er ihn vereinbarungsgemäß bei Ausrichter FenerbahceMarl abgeliefert. Sechs Stunden später bekommt der FC Marl die Trophäeaus den Händen von Bürgermeister Werner Arndt zurück. Benjamin Damberg: „Mein Kurzer hat zu mir gesagt: ‚Papa, komm ja nicht ohne den Pokal wieder!‘“ Auftrag erfüllt.

Der Moment der Entscheidung: Die Ü40-Kicker des FC Marl sind nach dem Neunmeter-Treffer von Daniel Kaiser außer Rand und Band. Allen voran Trainer Benjamin Damberg. © Ralf Deinl

Dass sich FC Marl und TSV wie 2023 im Finale gegenüberstehen, ist kein Zufall. Beide Teams machen in der Loekamphalle den stabilsten Eindruck. Der FC Marl setzt sich in der Vorrunde in Gruppe A ungeschlagen durch, der TSV gewinnt Gruppe B. Im Halbfinale schlägt der FC den SC Marl-Hamm durch ein frühes Tor von Patrick Simon nach Eckball mit 1:0 (2.). Die Löwen ackern beherzt, verlieren am Ende aber ihre Linie – auch weil sie sich aus Frust mehr mit Schiedsrichter Markus Blania anlegen als mit dem Gegner. Der TSV braucht im Halbfinale gegen Fenerbahce ein paar Minuten, um den 0:1-Rückstand durch Faruk Nas (4.) wegzustecken. Dann erzielt Dennis Stemick mit einem sehenswerten Absatz-Kick das 1:1 (9.). Thomas Seidel (10. und 14.) und erneut Stemick (15.) schießen den TSV anschließend ins Finale.

Ü40-Hallenstadtmeisterschaft

Gruppe A

1. FC Marl 5:1 7
2. Fenerbahce Marl 5:1 6
3. TuS 05 Sinsen 4:4 4
4. Sickingmühler SV 1:9 0

Gruppe B
1. TSV Marl-Hüls 6:3 7
2. SC Marl-Hamm 7:6 4
3. VfB Hüls I 4:4 4
4. VfB Hüls II 5:9 1

Halbfinale

FC Marl – SC Marl-Hamm 1:0
Fenerbahce Marl – TSV Marl-Hüls 1:4

Spiel um Platz 3

Fenerbahce Marl – SC Marl-Hamm 3:2 durch Neunmeterschießen

Finale

TSV Marl-Hüls – FC Marl 3:5 nach Neunmeterschießen (1:1)

Quelle: Medienhaus Bauer - von Thomas Braucks

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