„Rücken“ und Gewaltschuss

Nico Pulver erzielt das 0:7 mit diesem Distanzschuss. © Ralf Deinl

Rücken. Der vielleicht spielstärkste Kicker beim TSV Marl-Hüls hatte ausgerechnet vor dem Kreispokal-Achtelfinale gegen Spvgg. Erkenschwick Rücken.

Ozan Yilmaz, Spielertrainer beim B-Ligisten TSV Marl-Hüls, nahm die 0:7
(0:2)-Niederlage gegen den Oberligisten vom Stimberg sportlich. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Keiner hat sich versteckt, alle wollten etwas mit dem Ball machen. Die erste Halbzeit war richtig stark, in der zweiten Halbzeit ist uns dann irgendwann die Luft ausgegangen“, kommentierte Yilmaz das Spiel. Ob das Ergebnis mit einem gesunden Spielertrainer etwas knapper ausgefallen wäre? Wie gesagt: Yilmaz war arg gehandicapt. „Ich hab’s seit Montag im Rücken, habe eine Spitze bekommen. Arbeiten geht, aber an Fußball ist im Moment nicht zu denken“, so der Hülser, der sein Team diesmal in zivil coachte und nicht mit untergezogenem Trikot.

Letztlich nahm das Kreispokal-Achtelfinale früh seinen erwarteten Verlauf, auch wenn die „Schwicker“ nach frühen Toren von Oerterer (7.) und Sdzuy (13.) ebenso früh in den Schongang schalteten. Dem Trainer war‘s recht. „Wir haben‘s konzentriert und ohne Gegentor zu Ende gespielt“, meinte Magnus Niemöller. Vor allem Letzteres war bei den Schwarz-Roten zuletzt oft so eine Sache. Dass die „Null“ stand, hatten die Gäste auch Florian Gabisch zu verdanken, der im Tor zweimal klasse parierte (gegen Berke Korkmaz; 26. – und gegen Dennis Fleck; 49.). Sonst wäre B-Ligist TSV zum Ehrentreffer gekommen.

Aber auch die Gäste trafen zweimal Aluminium – und spielten die müder werdenden Hülser am Ende fachgerecht auseinander. Mit der Folge: Es tauchten plötzlich Namen in der Torschützenliste auf, die dort zuletzt selten zu finden waren. Wie der von Nico Berghorst, der in Minute 68 das 0:5 erzielte und sich außerordentlich freute. „Ich habe darauf auch hart hingearbeitet“, erklärte der 25-Jährigen die Freude nach seinem Premierentreffer für die Spvgg. nach überstandenem Kreuzbandriss. Wie der genesene Daniel Schürmann zum 0:4 und vor allem wie Nico Pulver zum 0:7.

„Pulle“ aus der Distanz

Wie der linke Außenverteidiger Maß nahm, war bemerkenswert. Auch
wenn TSV-Keeper Abdulkadir Aykan bei seinem ziemlich zentralen Schuss keine gute Figur machte: Bei den Schwarz-Roten gab es Torjubel und auch einigen Spott. „Jetzt müssen wir uns das wieder Wochen lang anhören“, so Stefan Oerterer. Und auch „Pulle“ Pulver meinte angesichts seines „Gewaltschusses“ selbstironisch: „Jetzt müssen sie das Netz flicken.“ Was zeigt: Nach dem 0:2 zuletzt gegen Preußen Münster II taugte am Stimberg das Resultat am Loekamp zum Stimmungsaufheller. Gerade rechtzeitig vor dem Gastspiel in der Oberliga Westfalen bei Spitzenreiter SF Lotte. Erkenschwicks Pokalgegner im Viertelfinale wird in acht Tagen in der Partie SV
Dorsten-Hardt – TuS Haltern ermittelt.

Stimmungsvoller Auftakt am Loekamp; die „Bengalos“ auf der Tribüne dürften allerdings ein Ordnungsgeld nach sich ziehen.© Ralf Deinl

Quelle: Medienhaus Bauer - von Olaf Krimpmann, Thomas Braucks

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