Schalkes Traditionself zaubert – der gefragteste Selfie-Partner aber sitzt auf der Bank

Vor dem Anpfiff: Hülser und Schalker bauen sich fürs Mannschaftsfoto auf. Danach kannte Schalkes Traditionself kein Pardon mit dem Gastgeber.© Jochen Sänger Fußball

Zehn schöne Treffer und ein kleines Volksfest mit Bier und Bratwurst: Das Gastspiel der Schalker Traditionself beim TSV Marl-Hüls übertrifft die Erwartungen. Ein Foul sorgt zwischenzeitlich für Aufregung.

Ein gelungener Nachmittag“, freute sich Marcel Kirch, Spielertrainer der Old-Boys, wie sich die Alten Herren des TSV Marl-Hüls nennen. Die Laune ließ er sich auch durch das Endergebnis nicht verderben. Mit 3:7 (2:3) hatten die Gastgeber das Match gegen den prominenten Gegner verloren. Ein Resultat, das die Kräfteverhältnisse auf dem Kunstrasen richtig widerspiegelt.

Schalke war besser, obwohl sich der eine oder andere Zuschauer ein wenig mehr Tradition auf dem Feld gewünscht hätte. So war Betreuer Klaus Fischer an der Schalker Bank mit Abstand der gefragteste Selfie-Partner des Tages.

Stattliche Kulisse im Loekampstadion: Das Spiel zwischen TSV und Schalker Traditionself lockte 600 Fans an. © Thomas Braucks

Befreit von allen taktischen Zwängen agierten beide Mannschaften offensiv und bauten den einen oder anderen fußballerischen Leckerbissen ein. Bei Schalke rollte der Ball ein wenig flüssiger, vor allem der Verdienst von Markus Kaya, ehemaliger Spielertrainer des VfB Hüls, und Cihan Yilmaz, der über 200 Mal in der türkischen „Süper Lig“ gespielt hat.

Seidel auf Schröder – so fallen die Hülser Treffer

Vor der Pause traf Olivier Caillas zum 1:0 und zum 3:1 für Schalke; den zweiten Treffer steuerte der sehr bemühte René Lewejohann bei – wohl auch um seine Vorhersage zu bestätigen, dass die Besucher ein Torfestival erwarte. Für die „Old Boys“ erzielte David Schröder einen Doppelpack zum 1:1 und zum 2:3. Bei beiden Toren hatte Thomas Seidel die Vorarbeit geleistet.

Die Anzeigetafel zeigte die 35. Spielminute an, als die Stimmung kurz kippte. Tim Volmer stieg gegen Caillas übereifrig ein und wurde von Schiedsrichter Dominic Nosing verwarnt. Nach Schalker Protesten zückte der Unparteiische nachträglich die Rote Karte; allerdings durfte Hüls anschließend doch mit elf Leuten weiterspielen.

Klaus Fischer ist nach Foul an Caillas stocksauer

Das harte Einsteigen brachte Klaus Fischer auf die Palme. Selbst nach dem Spiel wies der Jahrhundert-Torschütze darauf hin, dass dies sich bei einem Altherren-Spiel nicht gehöre. Die Halbzeit tat den erhitzten Gemütern gut – nach der Pause erhielt TSV-Keeper Mario Arents etliche Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Unter anderem parierte er einen Elfmeter von Maric Yavuz.

Ex-Profis mit geballter Routine: Die Schalker Markus Kaya (links) und Martin Marx geben den Ball nicht her. © Jochen Sänger

Obwohl die Gäste im Durchschnitt deutlich älter als die Hausherren waren, wirkten sie im zweiten Durchgang frischer. Kaya, Miguel Pereira (2) und Sven Laumann waren für Schalke erfolgreich. Für den TSV traf Seidel mit einem schönen Schuss ins lange Eck zum zwischenzeitlichen 3:5 (62.).

Den Fußball-Samstag eröffnet hatten am Mittag die Traditionsmannschaft der SpVg. Marl und eine Altherrenstadtauswahl – und das vor rund 200 Zuschauern. Das bessere Ende für sich hatte die von Holger Flossbach gecoachte SpVg., die sich in einem munteren Kick mit 4:3 durchsetzte. Legt man die Anzahl der Flüche über Fehlpässe oder verpasste Chancen zugrunde, so haben die ehemaligen Marler Fußballgrößen von ihrem Ehrgeiz nichts verloren.

Ahmet Inals Dreierpack schmeckt der Stadtauswahl gar nicht

Für die Stadtauswahl trafen Ramon Fahrenhorst (2) und Sebastian Stender. Die Tore für die Truppe vom Volkspark erzielten Marco Müller – und Ahmet Inal, der einen „Dreierpack“ schnürte. Dass der Trainer von Westfalenligist YEG Hassel sich das schwarz-gelbe Trikot überzog, sorgte für Empörung bei der Stadtauswahl.

Schwarz-Gelb hat den Marler Fußball über Jahrzehnte mitgeprägt: Die Traditionself der SpVg. Marl schlägt die Altherren-Stadtauswahl mit 4:3. Hinterher ist die Rivalität schnell vergessen. © Thomas Braucks

Quelle: Medienhaus Bauer -
von Joachim Sänger, Thomas Braucks

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