„Mund abputzen und weitermachen“

Derby gegen SC Hamm hat für TSV Marl-Hüls auch eine positive Seite

Hier geblieben! Erik Wäsche (r.) greift gegen den Hülser Marcel Ryczak fest zu. Nicht nur in dieser Szene entpuppten sich die Hammer Löwen als unangenehmer Tabellenführer. © Thomas Braucks

Der SC Marl-Hamm erkämpft die Punkte im B-Liga-Spitzenspiel. Aber auch die Gastgeber nehmen Positives aus dem Derby mit: „Die Leute haben wieder Interesse am TSV.“

Fenerbahce hatte es am Sonntag eilig. Nach dem souveränen 6:1-Erfolg bei Schwarz-Weiß Röllinghausen II am Mittag fuhren Trainer Ilker Ciloglu und seine Kicker fix zurück nach Marl und ins Loekampstadion. Um sich das B-Liga-Derby zwischen dem TSV Marl-Hüls und dem SC Marl-Hamm anzuschauen, zwei direkte Rivalen im Kampf um den Aufstieg. Das Ergebnis hat alle überrascht. Auf einen klaren Erfolg des SC Marl-Hamm hätte Trainer Ciloglu im Vorfeld jedenfalls kaum getippt. Er zollte den schnellen Angreifern der Löwen um Top-Torjäger Kevin Just seinen Respekt und meinte mit Blick auf die Gastgeber: „Vom TSV hätte ich mehr erwartet.“ Eine Einschätzung, die der Fenerbahce-Coach mit allen Zuschauern am Loekamp gemeinsam hatte. Sogar mit dem Hülser Trainer. Maximilian Marx suchte hinterher keine Ausflüchte. „Der Erfolg der Hammer geht wohl in Ordnung so“, erkannte
der Coach an. Bei neun Punkten Rückstand auf die Löwen hat Marx den Kampf um den Titel fürs Erste abgeschrieben. Der Coach blickt nach vorn: „Wie heißt es so schön: Mund abputzen und weitermachen. Wir legen jetzt den Fokus auf Platz zwei.“
Der reicht bekanntlich zum Aufstieg in die Kreisliga A und ist bei derzeit
drei Zählern Rückstand auf den Tabellenzweiten Fenerbahce Marl auch
noch in Reichweite. Das sieht auch der TSV-Vorsitzende Marcel Kirch so. Es seien noch 30 Punkte zu holen. „Das muss der Trainer nun in die Köpfe der Spieler transportieren. Es ist weiterhin alles möglich.“ Für den SC Marl-Hamm gilt das ohnehin. Wer darauf spekulierte, dass die
Löwen ohne ihren urlaubenden Cheftrainer Dirk Cholewinski und ohne ihren ebenfalls verreisten Mittelfeld-Lenker Timo Brummund wackeln und straucheln würden, der sah sich getäuscht. Die Gäste setzten den Plan ihres Coaches perfekt um, wie auch Rudi Husak attestierte, der bis zur Rückkehr Cholewinskis übergangsweise an der Linie steht.

Meist entspannter Zuschauer: Rudi Husak (l.) beobachtet den Zweikampf zwischen Kevin Just (vorn) und TSV-Kapitän Christoph Sonntag.© Thomas Braucks

Für den ehemaligen Löwen-Trainer (2011 bis 2015) bedeutete der Nachmittag am Loekamp eine große Genugtuung. Bereits in der letzten Saison war Husak, der in der Altherren-Abteilung der Löwen aktiv ist, als Trainer bei den Senioren eingesprungen. Zu einem Zeitpunkt, als der Abstieg aus der Kreisliga A so gut wie besiegelt und nichts mehr zu retten war. „Umso schöner, dass ich jetzt mal wieder ein Spiel mit dem SC Hamm gewinnen konnte.“

Jetzt ist wieder Liga-Alltag

Aber auch beim TSV konnten sie dem Derby am Ende noch etwas Positives abgewinnen. „Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen und wo wir noch vor einem halben Jahr waren“, schloss TSV-Vorsitzender Marcel Kirch.
„Jeder, der am Loekamp war und gesehen hat, was da abging, muss sich trotz der Niederlage freuen. Die Leute haben wieder Interesse am TSV.“ Tatsächlich, für Kulisse und Stimmung am Sonntag hätte sich kein Oberligist zu schämen brauen. Bis zum nächsten Fußball-Fest wird es allerdings etwas dauern. Auf beide Mannschaften wartet nun erst einmal B-Liga-Alltag. Der TSV empfängt am kommenden Sonntag SW Röllinghausen II (13.), der SC Hamm den SSC Recklinghausen II (9.). Da sind „Dreier“ Pflicht.

Quelle: Medienhaus Bauer - von Thomas Braucks

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